Als Weltentdecker nach Kanada

Simon Zemp ist 20 Jahre alt und kommt aus dem luzernischen Entlebuch. Im Sommer 2014 hat er seine Matura abgeschlossen. Momentan absolviert er seinen Zivildienst bei der Jugendsession der schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Jugendverbände (SAJV). Nach dem Zivildienst möchte Simon sich für den Studiengang Politics & Economics an der Universität Luzern einschreiben.

Was sind deine Stärken?

*lacht* Das sind immer die schwierigen Fragen! Ich bin eher der ruhige Typ, bin aber offen und kommuniziere gerne. Würde mich auch als kritischen Menschen bezeichnen - Denken kommt bei mir oftmals vor dem Machen.

Wie bist du auf die Idee gekommen einen Austausch zu machen?

Mein Austausch ist schon fast drei Jahre her, deswegen weiss ich den genauen Beweggrund nicht mehr. Übers Internet bin ich auf das Programm „Family to Family“ von Rotary gestossen und die Idee hinter diesem Programm passte super zu meiner Reiselust und meinem Zeitbudget.

Wie lange warst du im Austausch und wo?

Meine Sommerferien dauerten 6 Wochen, mein Austausch musste deshalb in diesem Zeitfenster stattfinden. Das Programm „Family to Family“ funktioniert so, dass jeweils zuerst dein Austauschpartner zu dir nach Hause kommt und dich und deine Umgebung kennenlernt und danach gehst du für die gleiche Zeit zu deinem Austauschpartner nach Hause oder umgekehrt. Ich fand diese Idee sehr interessant, da ich so ein fremdes Land kennenlernen konnte und auch Gastgeber für mein eigenes Land sein durfte.
Mir wurde ein Kanadier zugeteilt, welcher zuerst drei Wochen zu mir nach Hause kam, bevor ich dann drei Wochen seine Heimat besuchte. Mein Austauschpartner wohnte in der Provinz New Brunswick, das ist ganz im Osten von Kanada.

Wie habt ihr zusammen gesprochen? Wolltest du Englisch und er Deutsch lernen?

Bei ihm war die Sprache überhaupt nicht zentral, denn er konnte gar kein Deutsch und wollte es auch nicht unbedingt lernen. Das war natürlich ein Vorteil für mich, da ich 6 Wochen lang Englisch sprechen konnte und so auch wirklich Fortschritte gemacht hatte. Ich habe diesen Austausch jedoch nicht wegen der Sprache gemacht, dies war ein netter Nebeneffekt.

Was hast du so unternommen als du in Kanada warst?

Da auch in Kanada Schulferien waren, haben wir viele Ausflüge gemacht. Meine Gastfamilie zeigte mir die Umgebung, sie machten Kurztrips und Tagesausflüge mit mir, es war eine super Zeit. Oft genossen wir auch einfach den kanadischen Sommer am Meer oder am Fluss.

Was war das schönste Erlebnis?

Der Ausflug nach Quebec war sehr faszinierend. Für sie war es ein ganz normaler Wochenendtrip, obwohl wir 10 Stunden mit dem Auto gefahren sind. In Quebec haben wir dann einen Schlauchboot-Ausflug durch die Wildnis gemacht. Das war sehr beeindruckend – die wilden Flüsse und endlosen Wälder, dazu Action, das war einmalig.

Hat es schwierige Momente gegeben?

Der schwierigste Moment war wohl auf meiner Rückreise. Ich hatte ein paar Stunden Aufenthalt in Toronto und wollte den CN Tower besichtigen. Doch die ganze Sache wurde ziemlich stressig. Zuerst musste ich den halben Flughafen nach Schliessfächern fürs Gepäck absuchen, dann mit einem verspäteten Bus nach Downtown fahren und als ich endlich beim CN Tower angekommen war, erwartete mich eine endlos scheinende Warteschlange. Nach über einer Stunde erreichte ich die Aussichtsplattform, doch wirklich geniessen konnte ich den Ausblick nicht, denn schon bald sollte mein Flugzeug starten. Ein, zwei Fotos, dann musste ich mich zurück zum Flughafen begeben. Womit ich nicht rechnete: auch für den Lift von Turm runter sollte ich anstehen. Ich vermochte dann eine nette Frau vom Personal von meiner misslichen Lage überzeugen. So durfte ich dann die Schlange umgehen und schaffte es noch rechtzeitig in den Flieger. Diese Situation war schon sehr prägend, da ich völlig auf mich allein gestellt war und ziemlich Zeitdruck hatte – und dies alles in einer unbekannten Millionen-Stadt.

Empfiehlst du anderen einen Austausch zu machen?

Grundsätzlich finde ich den Austausch von Kulturen enorm wichtig. Deshalb sollten alle die Lust haben einen Austausch zu machen es auch unbedingt tun.
Wichtig ist einfach, dass du es willst und nicht deine Eltern oder wer auch immer. Wenn du nicht aus Eigenmotivation gehst, fehlt oft das Interesse und die Motivation in eine andere Welt einzutauchen und ein Austausch kann für alle Beteiligten schwierig werden.

Welche Tipps gibst du jemanden, der auch in den Austausch geht? Was ist die beste Reaktion, wenn man in einer schwierigen Situation ist?

Allgemein ist es wichtig, dass man offen und interessiert ist. Zudem ist es immer hilfreich viele Fragen zu stellen. Ich habe beispielsweise viel mit meinen Gasteltern über Themen, die mich interessiert haben, diskutiert. Durch solche Gespräche erhält man viele neue Ansichten und Meinungen, welche sehr interessant und bereichernd sein können. Es ist wichtig sich einzubringen und wenn es einmal schwierig wird, die Probleme offen anzusprechen.


Was haltest du von Boostbox?

Ehrlich gesagt, kenne ich Boostbox nicht sehr gut, aber ich finde es super, dass man den Fokus auf die Stärken der Jugendlichen zu richten versucht. In der heutigen Welt ist es nicht immer einfach, sich seinen Stärken bewusst zu sein. Ständige Vergleiche mit andern nagen an unserem Selbstvertrauen. Boostbox-Leser müssen sich jedoch auch bewusst sein, dass jeder, der auf Boostbox vorgestellt wird, neben den Stärken auch Schwächen hat – und das ist gut so, sonst wäre die Welt ziemlich langweilig.

Welche Boostbox-Kompetenz entspricht dir am meisten?

Alle Kompetenzen sind sicherlich sehr interessant und wichtig und ich hoffe, dass ich irgendeinmal alle erworben habe. Der Weltenentdecker ist bestimmt sehr ausgeprägt bei mir und der Teamplayer sicherlich auch.

Was du sonst noch sagen wolltest?

Meines Erachtens ist es sehr wichtig, dass man in der Welt herumreist und seinen Horizont öffnet - ganz nach dem Sprichwort: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben“. Besonders als SchweizerIn sollte man aus dem Heimatland hinauskommen und seine Blickwinkel stetig wechseln und erweitern. Die Schweiz macht zwar sehr viele Sachen hervorragend, doch auch wir können noch so einiges von anderen Ländern und Kulturen lernen.

von Alina Reber

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