Im Workcamp über sich hinaus wachsen

Julia Pfister kommt aus Zürich und besucht dort die Fachmittelschule mit dem Schwerpunkt Pädagogik. Zu ihren Stärken gehört auf jeden Fall ihre Hilfsbereitschaft. Eine enorm wichtige Voraussetzung, wenn man für ein Workcamp ins Ausland geht, so wie es Julia gemacht hat. Was sonst noch wichtig ist, hat sie uns erzählt.

Auslandserfahrung:

Wie bist du auf die Idee gekommen einen Austausch zu machen? Was hat dich dazu animiert?

Wir mussten von der Schule aus ein 4 Wöchiges Praktikum machen. Als ich dann etwas im Internet recherchierte, kam ich zur Intermundo-Webseite und schlussendlich über Intermundo zu Workcamp Switzerland, welche sogenannte Workcamps im Ausland anbieten. So kam dann eigentlich die Idee mein Praktikum im Ausland zu machen und ich bin diesem Vorhaben sofort nachgegangen.

Wo und wie lange warst du im Ausland?

Da ich meine Englischkenntnisse verbessern wollte, hat mir Workcamp verschiedenste Kurzeinsätze in England mit verschiedenen Schwerpunkten vorgeschlagen. Ich entschied mich für ein zweiwöchiges Camp in einem Feriencamp für benachteiligte Kinder, obwohl ich vorher noch nie mit Kindern gearbeitet habe. Um mich ein bisschen in die Sprache einleben zu können, habe ich vor dem Workcamp noch einen zweiwöchigen Sprachkurs in Cambridge gebucht.

Was hast du im Ausland gemacht?

Zuerst besuchte ich 2 Wochen lang einen Sprachkurs in Cambridge, welcher mich gut auf das folgende Praktikum vorbereitet hat. Wie bereits gesagt habe ich in einem Feriencamp für benachteiligte Kinder 2 Wochen lang als sog. „Funny-Person“ gearbeitet. Zu meinen Aufgaben gehörten das Betreuen und Unterhalten der Kinder, verschiedene Ausflüge und Aktivitäten mit den Kindern zu unternehmen und den Kindern ein möglichst angenehmes, unvergessliches Erlebnis zu bereiten. Natürlich war ich aber nicht nur die „Funny-Person“, sondern musste auch sehr viel Verantwortung übernehmen und war ein Vorbild für die Kinder.

Wo/was war deine Unterkunft?

Ich war im Ferienlager-Haus mit allen CampteilnehmerInnen und zwei anderen fremdsprachigen Freiwilligen (eine aus Holland und eine aus Frankreich) untergebracht. Wir hatten eine super Zeit, obwohl es auch nicht ganz einfach war, 24 Stunden am Tag Kinder um sich herum zu haben.

Was waren deine schönsten Erlebnisse?

Am letzten Abend haben die zwei Freiwilligen und ich zusammen unsere Landesspezialitäten gekocht und das war super witzig und das Ergebnis war wirklich köstlich. Ich war für das Dessert zuständig und zauberte ein Birchermüsli, obwohl das ja eigentlich kein typisches Dessert ist, sondern eher ein Frühstück. Aber alle konnten fast nicht genug davon kriegen und waren sehr begeistert.

Was waren schwierige Momente während deines Auslandsaufenthaltes und wie hast du diese gemeistert?

Für mich war die Situation als wir einmal im Freizeitpark waren und einige Kinder unbedingt auf die Toilette mussten, etwas stressig. Denn zuerst mussten wir mit einer ganzen Kinderschar eine Toilette finden und danach alle Kinder zusammenhalten, während die einen auf die Toilette gingen (und dazu Hilfe benötigten) und die anderen ungeduldig draussen warteten. Kinder können manchmal echt anstrengend und mühsam sein. Aber die meiste Zeit über hatte ich sehr viel Freude an der Arbeit mit den Kindern.

Was hast du während deines Auslandsaufenthaltes gelernt? Welche Kompetenzen hast du erworben?

Sicherlich sehr viel Selbstvertrauen und –sicherheit. Ich musste viele schwierige Situationen meistern und entdeckte dabei, dass ich vieles sehr gut machte und das gab mir sehr viel Sicherheit. Zudem musste ich lernen sehr viel Verantwortung auf einmal zu übernehmen und mit Kindern umzugehen. Allgemein hat mich das ganze Erlebnis sehr viel reifer und erwachsener gemacht.

Welches Erlebnis hat dich am meisten geprägt?
Ein sehr schönes Erlebnis war, die erfreuten Gesichter der Kinder zu sehen, als wir den Freizeitpark besuchten. Denn viele kamen aus finanziell benachteiligten Familien und hatten noch nie die Möglichkeit in einen Freizeitpark zu gehen. Und teilweise waren auch Kinder dabei, welche wahrscheinlich zu Hause nicht sehr Liebe und Aufmerksamkeit erfahren haben und so tat es sehr gut ihnen dies zurückzugeben und man sah dann auch wie es ihnen gut tat. Diesen Kindern zu helfen und ihnen ein schönes Feriencamp zu ermöglichen, war wirklich ein sehr prägendes Erlebnis.

Wie hast du dein Gastland erlebt? Welche Dinge waren völlig neu für dich?
Es war natürlich ein erheblicher Unterschied zwischen der grossen, schönen Universitätenstadt Cambridge und dem kleinen, verschlafenen Dorf in dem ich das Camp besuchte. Das grösstenteils fettige Essen der Engländer hat mich etwas schockiert und das war nicht so meins.

Empfiehlst du anderen einen Austausch zu machen? Wieso?

Ja, ich empfehle es wirklich sehr, denn man lernt nicht nur viele Kompetenzen und die Sprache, man lernt auch sich selbst besser kennen. Ich kann es wirklich jedem empfehlen! Ein Austausch wird dein Leben und dich verändern und wenn du dann zurückkommst wirst du anders sein. Du lernst Sachen in deinem gewohnten Umfeld mehr zu schätzen und gewinnst im Gastland viele Erkenntnisse, die dich auch faszinieren.

Welche Tipps möchtest du anderen mit auf den Weg geben, wenn diese auch ins Ausland gehen?

Lasst euch nicht durch den ersten Eindruck eines Landes und euren Vorurteilen täuschen. Wenn man etwas näher hinschaut und die Landesmentalität besser kennt, ist alles plötzlich nicht mehr schlimm und man findet tausend andere Sachen, die dafür schön sind. Und am Anfang ist es völlig normal Heimweh zu haben und zuerst etwas verloren zu sein. Gebt nicht gleich auf, denn sonst verpasst ihr etwas!! Versucht steht‘s das Beste aus eurem Aufenthalt herauszuholen und konzentriert euch auf die guten Dinge. Es hilft auch, wenn man sich mit Menschen anfreundet, denn so ist alles schlechte auf einen Schlag vergessen und man schliesst Freundschaften fürs Leben.

Zukunft:

Wie sehen deine Zukunftspläne beruflich/privat aus?

Ich möchte gerne Primarschullehrerin werden. In meinen Kurzeinsatz im Feriencamp hatte ich sehr viel Freude am Arbeiten mit Kindern und so bin ich dann eigentlich auch auf meinen Traumberuf Lehrerin gestossen.

Zur Boostbox:

Wie findest du Boostbox?

Ich finde Boostbox wirklich eine super Sache. Da gerade Jugendliche sich noch finden müssen und das in der Pubertät nicht immer ganz einfach ist. Und so bietet Boostbox eine super moderne Lösung und ist sicherlich sehr hilfreich für alle Beteiligten.

Welche Boostbox-Kompetenz entspricht dir, deiner Meinung nach am meisten?

Nach dem Camp bin ich wirklich sehr zum Überblicker und Lösungsfinder geworden, da ich oftmals an mehreren Orten sein musste und den Überblick über alle und alles haben musste. Weiterhin musste ich oftmals innert kürzester Zeit wichtige Entscheidungen treffen und Lösungen suchen. Ansonsten bin ich auch ein totaler Kulturversteher, denn der Austausch hat mit sehr viel Offenheit und Verständnisbereitschaft gegenüber anderen Ländern, Kulturen und Menschen gelernt. Ich bin sehr froh, dass ich von einem eher schüchternen Mädchen zu einer sehr offenen und hilfsbereiten Frau herangewachsen bin und das nicht zuletzt wegen meinem Austausch in England. Zudem hat sich der Weltentdecker noch gefestigt und verstärkt, denn anderen zu helfen und auf Menschen zuzugehen und neue Kulturen zu entdecken, reizt mich jetzt mehr denn je.

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