Taktisch klug

Neben der richtigen Taktik gehören auch Konzentration und Geduld zu den wohl wichtigsten Bestandteilen im Schachspiel. Wie man diese Stärken auch auf andere Lebensbereiche projizieren kann, wird hier verraten.

Zur Person.
Oliver Kurmann wurde 1985 in Luzern geboren. Seine Kindheit verbrachte er auf dem Land. Heute lebt er in einer 3er WG in der Stadt Luzern. Zu seinen Hobbys zählt er Sport, Reisen und gutes Essen. Letzten Sommer hat Oliver das Jura-Studium abgeschlossen und ist nun bereit für die Berufswelt. Was ihn aber bis zum jetzigen Zeitpunkt noch mehr in seinen Bann gezogen hat, das ist das Schachspiel.
Der Weg zum Schachspiel. Oliver war schon immer fasziniert von jeglichen Sport- und Brettspielen. Im späten Alter von 12 Jahren lernte er dieses königliche Spiel kennen. Eines Tages entdeckte sein Vater in der Zeitung per Zufall eine Ausschreibung für ein Zentralschweizer Junioren Schachturnier. Es war die Neugier, welche Vater und Sohn dazu bewegte, ihn dort anzumelden. Beiden war bis dato nicht bewusst, dass Schach auch wettkampfmässig betrieben werden kann. Nachdem sich Oliver gleich für den Final qualifizierte, gab es kein Zurück mehr – das Schachspiel hatte ihn gepackt. Mit dem nötigen Talent und viel Fleiss und Disziplin verschlang er darauf Buch um Buch und stieg innert wenigen Jahren zur nationalen Spitze in seinem Alter auf. Zwei Jahre später wurde er Schweizer Meister in der U14. Heute gehört der Jurist dem Herren-Nationalteam an und vertritt die Schweiz an verschiedenen Turnieren auf der ganzen Welt.

Die Zukunft.
Zwar weiss Oliver zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau, wie sein zukünftiger Alltag aussehen wird und er Beruf und Sport miteinander kombinieren kann. Klar ist aber, dass Schach ein wichtiger Bestandteil für ihn bleiben wird.
Oliver fand es auch sehr beeindruckend, wie die Spitzensportler aus allen möglichen Sportarten, mit denen er schon geredet hatte, vieles für ihre Sache opfern mussten und dabei teilweise in finanzieller Hinsicht sogar mit einer negativen Bilanz zu leben hatten. Und trotzdem bereute keiner seine Wahl! All die gemachte Erfahrung, die Erweiterung des Horizonts durch das Bereisen zahlreicher Länder und das Kennenlernen verschiedenster Menschen, wog das locker auf. Auch Oliver bereut nichts.

Die Stärken.
Zu den persönlichen Stärken zählt er seine Geduld, seine selbstkritische Art und einen gesunden Ehrgeiz. Durch den Schachsport konnte er sich viele wichtige Eigenschaften aneignen, die auch im Alltag und im Berufsleben von grosser Bedeutung sind. So wird der richtige Umgang mit Niederlagen, die Konzentration und Fantasie, das objektive Problemlösen und das Auswendiglernen oder auch das Räumliche Denken auf spielerische Art und Weise äusserst effizient gefördert. Dass er sein Schachtalent durch die Ausschreibung in der Zeitung entdecken durfte, war purer Zufall. Demnach braucht es seiner Ansicht nach eine offene Einstellung zu allem Neuen. Die Eltern haben hier eine grosse Verantwortung, Kinder bei solchen Dingen so gut es geht zu unterstützen, wenn es offensichtlich Interesse und Spass an etwas hat. Auf der Gegenseite besteht die grosse Gefahr, dass dann plötzlich die Eltern ihre Kinder zu sehr pushen, weil sie den Erfolg noch mehr wollen als ihr Kind. Dabei sollte - egal was man macht - die Freude stets im Vordergrund stehen!

Ausprobieren.
Oliver ist aufgefallen, dass der Spitzensport in der Schweizer Gesellschaft keinen grossen Stellenwert besitzt, also auf dem steinigen Weg nach oben (noch) keine allzu grosse Anerkennung und Unterstützung zu erwarten ist. Immerhin existieren heute Sportschulen, die auf die Doppelbelastung Schule/Spitzensport Rücksicht nehmen. Aber wenn man sich Gedanken darüber macht, ob es möglich wäre, von einem Spitzensport zu leben, dann wurde das nach seiner Erfahrung in der Regel von den meisten Leuten als fragwürdig angesehen, weil man doch mit einem Studium viel mehr verdienen und sicher leben könne.
„Das ist nicht völlig falsch, aber wenn man etwas leidenschaftlich gerne macht und dieser „Run“ anhält, wieso nicht zumindest probieren?“ so OIiver.

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